Der 'Heilige Krieg'

Die Entscheidung, Mensch zu werden und zu sein
Der 'Heilige Krieg' ist das Ringen des Einzelnen um seine Entscheidung, Mensch zu werden und zu sein oder Sklave unter profanen Zwängen und gegenüber deren Verlockungen, worin jene eingewickelt, ein bis zu seinem Tode wehrloses aber störrisches, quengelndes und zwängendes Kind zu bleiben.

'Krieg'?
'Krieg' heisst dieses Ringen, weil es die Einstellungen, das Lernen und die Erfahrungen eines Kriegers wie Mut, Hartnäckigkeit, Gewalt, Ungstüm, Übermut, Grausamkeit, Zorn, Härte, Strenge, Kraft, Macht, Wertegestaltung, Niederlagen und Verluste erfordert und damit konfrontiert. Der Krieger ist ein heimatlos bleibender, ewig wandernder, unablässig Lernender und sich Wandelnder, nicht ein Verdienstvoller, Erfolg- und Ruhmreicher. Besitz und Ruhm gelten ihm Nichts, denn er ist kein Söldner, kein Vasall, kein Beauftragter, kein Angestellter. Er ist sein eigener Herr. Es schrickt ihn nicht, verachtet und verfolgt zu sein. Er ist, der er ist und lebt, was und wie er ist, mit Respekt gegenüber dem Lebendigen und Lebhaften, treu allein der Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit, den Verzagten aufrichtend und ermutigend.

Der Einzelne als Krieger
Der 'Heilige Krieger' ist immer der Einzelne und nie der Gefolgsmann irgend eines Kreuzzüglers oder religiös verzückten Eroberers. Er ficht seinen Krieg als Einziger und Einzelner, unter Verzicht auf Berufung auf eine höhere Instanz und ohne Schutz jedwelcher Rechtfertigung vor Anderen und Heiligung durch irgendwelche Jüngerschaft.

Der Heeresführer
Wer für seinen 'Heiligen Krieg' Gefolgsleute um sich schart, sich deren Ergebenheit sichert und sich als Führer an deren Spitze stellt, verrät sich selbst an die Versuchung des Ruhmes und der diesem folgenden, scheinbaren Macht. Er verdingt sich an die Zwänge des Profanen, des Besitzens, des Verfügens über Anderer Leib, Arbeitskraft und Leben und über übermässig Beanspruchtes, gewöhnt sich an die Annehmlichkeit und Bequemlichkeit des umfänglich Bedient Seins als Fortsetzung des Kind unter quasi müttelicher Obhut und Pflege Seins und Bleibens. Er wird dadurch leicht zum Allerersten, der sich bedroht fühlt und seine Vasallen und Untertanen ruft, ihn zu beschützen und sich für seine Versprechen zu ofpern, deren Erfülllung ohne ihr Opfer angeblich in Gefahr, während, was wirklich in Gefahr, seine Bequemlichkeit, weiterhin uneingeschränkt, fast unentgeltlich und ohne Frage umfängliche Bedienung und Verwöhnung in Anspruch zu nehmen.

Endphase des Heiligen Krieges und der Vollbringung
Der 'Heilige Krieg' wird in seinen letzten Phasen zum Ringen ausschliesslich des Einzelnen, d.h. ohne jeden Beistand durch Besitz, Verfügungsmacht, Ergebene und Einfluss Verbündeter um die Versöhnung des Satanischen mit dem Göttlichen (die umgekehrt nie notwendig wurde und wird, da diesem (Göttlichen) Nichts fremd, feindlich oder zu gering), ist die Überwindung des satanischen Neides auf die göttliche Idee, den Samen des universell - und nicht bloss feurig - Geistigen ausgerechnet in das unspektakulär, unansehlich finster trocken Irdische, ins Formbare, d.h. in's unendlich Lern- und Entwicklungsfähige, zu legen, statt ihn dem hochfahrenden und leidenschaftlichen, spektakulären und verblendenden Feuer anzuvertrauen.
Daraus wird deutlich, dass das Göttliche letztlich das unendlich fortgesetzt über sich selbst, aus Sicht des Besitzens. Bezweckens, Verfügens, Begreifens sinnlos bzw. 'unvernünftig' Hinauswachsende ist und sich dabei dem für technokratisch verkrüppelten Verstand noch Unentwickelten und Unscheinbaren zuwendet, während das Satanische auf seinen scheinbaren Errungenschaften des Zweckhaften beharrt und mit allerlei Anstrengungen, darunter etlichen Rücksichtslosigkeiten, faulen Tricks und Zaubern, seine Überlegenheit gegenüber dem Unsicheren, Ungewissen, An- und Hinfälligen, Verletzlichen und Verführbaren zu beweisen gezwungen und getrieben ist. In diese missliche Beweislage hat es (das Satanische) sich mit seiner übermütigen Wette gegen die Idee des hochriskanten und alles Andere als unfehlbaren Mensch Werdens und Seins selber hineinverrannt.

'Unfehlbarkeit'
Die Unfehlbarkeit ist ein satanischer, schöpfungsfeindlicher Anspruch. Die Fehlbarkeit ist die grosse existentielle Grösse der Menschwerdung und der Evolution des Mensch Seins. Die Geringschätzung alles Fehlbaren ist auch Geringschätzung des Experimentierens, das selber im Geiste alles Schöpfens geschieht und ohne Fehler zu keinem Lernen, das die Evolution anregt und belebt, führt. Das unübertrefflich Geniale der Idee des Mensch Werdens und Seins liegt gerade in der Veranlagung der Fehlbarkeit, die ganz besonders den Stolz des feurigen Genies provoziert, das dem Erhabenen, Grossen, überlegen Erfolgreichen und Prachtvollen (shock and awe) zuneigt.

Satan muss erlöst, nicht vernichtet werden.
Satan muss nicht vernichtet, sondern erlöst werden von seiner Abhängigkeit von seinen künstlichen und aus Verzweiflung in Eile und listig erschaffenen Automaten und Robotern von dem echten Menschen täuschend ähnlicher Gestalt und perfekt nachgeahmtem Benehmen.
Die Idee, Satan vernichten zu müssen und zu können, ist nicht göttlich, sondern satanisch. Die Versuche, ihn zu vernichten, bestätigen ihn wahrhaft 'nämlich' und seine Zerstückelung wirkt wie Drachensaat. Sie vermehrt ihn in vervielfältigt neuen Gestalten und Wirkweisen, die von mal zu mal schwerer erkennbar, weil weniger schrecklich, eben zunehmend täuschend 'menschlich' und umso einschmeichelnder und wirksamer werden.
Satans Bändigung und Verbannung in das ewige Feuer, so sie wirklich stattfände, bedeutete nicht seine Vernichtung, sondern den 'Beweis' der Überlegenheit des reinen Feuers über die Idee des unspektakulären aber entwicklungsfähigen und zu Entwicklung befähigenden Mensch Seins, denn genau auf die Höherwertigkeit des ewigen Feuers, aus dem er ja geboren zu sein sich anheischig macht, beruft sich ja Satans Wette.
Nur der Schoss, dem der kindische Satan, seiner eigenen Prahlerei gemäss, entsprungen, kann den Menschen als Kind der geringgeschätzten Erde von dessen Streichen befreien. Das sieht nach Sieg des Feuerprinzips über die Idee des neben ihm bescheiden irdisch wirkenden Mensch Werdens und Seins aus, wenn man das Verhältnis zwischen Prinzip und Idee als statisch und endgültig betrachtet, wie es dem evolutionsskeptischen Satanischen entspricht. (Motto: Der Mensch ist so und kann und wird sich nicht ändern).

Satan als Musterschüler, 'verlorener Sohn' - oder als Ödipus
Wenn aber der hochbegabte und übermütige Flegel Satan vom Kosmos, der in diesem etwas veniedlichenden Bild quasi als Jugendrichter fungiert, wieder in die Obhut seiner Mutter zu Nacherziehung überantwortet wird, ist das, aus Sicht universell existentieller (nicht biologisch beschränkter, darwinscher) Evolution, eher doch als Entwicklungspanne für Satan zu deuten. Satan hat (wiederum mit den bescheidenen Mitteln menschlichen Ausdrucks für noch weit über den gegenwärtigen Stand seines Werdens Hinausgehendes skizziert) mit seinem musterschülerhaft ehrgeizigen Lerneifer vielleicht vom Universum mit seiner hemmunglosen Auffassungsgabe schneller und etwas mehr 'begriffen' als viele Andere, ihm Gleichgestellte Instanzen und Kräfte, aber er hat ausgerechnet von der Potenz, auf die er sich beruft und aus der heraus er zu herrschen meint, erstaunlich wenig Ahnung, weil diese ihm als selbstverständlicher Anspruch und Besitz erscheint, und er sie entsprechend missbraucht. Er ist vielleicht von seiner wirklich anziehend schönen und machtvollen Mutter Ignis (Feuer) etwas vernachlässigt und arg verwöhnt worden. Ihn in Rollen des verlorenen Sohnes oder auch eines Ödipus (eine andere Gestalt des Mensch Werdens, das nach gesellschaftlichen Gewohnheiten als Scheitern, 'Unvernunft' und Sinnlosigkeit gewertet wird) statt in derjenigen eines dämonischen kosmischen Scheusals zu sehen, und sei es nur in einem vielleicht zum Scheitern verurteilten gedanklichen Experiment, kann auch als Kampfphase in einem 'Heiligen Krieg' aufgefasst werden.

Satans Vernichtung wäre, so überhaupt möglich, ein folgenschwerer Verlust für das Universum
Satan kann nicht vernichtet werden. Er ist und bleibt Teil des Universums. Seine Funktion ist die fortwährende Hinterfragung der Schöpfung (bzw. der Evolution). Auf diese Hinterfragung ist auch in der Genesis wiederholt und deutlich hingewiesen :
Der Schöpfer sah nach dieser Erzählung bei jedem Schöpfungsschritt, 'dass es gut war', was ja eine analytisch kritische Hinterfragung voraussetzt. Sie ist Teil des Schöpfungsaktes und regt dessen Fortsetzung und Weiterentwicklung an. Ohne die unablässige Hinterfragung würde die Schöpfung stillstehen und zum Erliegen kommen, denn aus ihr werden ja neue Ideen geboren, nicht anders als schon ganz zu Beginn, wo ja das Ergebnis der Hinterfragung war, es sei 'wüst und leer' und die damals so Urteilenden auf den Gedanken kamen, das zu ändern.
Der Schöpfunksakt kann nur stattfinden oder nicht. Zwar verschwindet durch Schöpfung Erschaffenes bei Stillstand von Neuschöpfung nicht von einem Augenblick zum andern, aber es ist dem Zerfall überlassen, sobald es aus der seiner Erschaffung zugrunde liegenden Idee keine genügend starken Impulse, weiter zu bestehen, mehr erhält. Davon ist alle Schöpfung auf allen Ebenen und in allen Verhältnissen des Universellen dauernd bedroht. Ohne Hinterfragung keine Schöpfung.
Offenbar herrscht unter den Erzählern der Schöpfungsgeschichte die Meinung, dass sich an der Erschaffung des Menschen eine Meinungsverschiedenheit zwischen der kreativen, Projekte formulierenden und der Prüfungsinstanz (Hinterfragungsinstanz) entzündet hat und in einen Machtkampf ausgeartet ist. Hier nämlich tritt Satan erst als eigenständige und die Kreativinstanz konkurrierende Instanz auf. Es kann angesichts dieser Konstellation nur wenig verwundern, dass das Mensch Werden und Sein von diesem Kompetenzstreit überschattet und geprägt ist und ihn sogar, in etwas voreiliger Überschätzung seiner Fähigkeit, Partei zu ergreifen, zum - n.b. für seine Verhältnisse untauglichen - Modell für die Lösung seiner Existenzfragen nimmt und nachahmt. Bisher natürliche und selbstverständliche Kooperation wird aufgekündigt und in Konkurrenz verkehrt, im Glauben, auf den früheren Kooperanden nicht mehr angewiesen und ihm überlegen zu sein. Genau von dieser Qualität ist die von den Medien berichtete Aktualität auf allen Ebenen des Existentiellen.
Wenn Satan, den seine Existenz behauptenden Prophezeiungen gemäss, von den angeblich 'guten' Kräften 'für alle Zeiten' gebändigt und in's Zentrum der Reiches, woraus er geboren und worin er ohnehin beheimatet ist, geworfen wird, kann das nicht seine Vernichtung als hinterfragendes Prinzip sondern lediglich das Ende seines Machtanspruches über das menschliche Bewusstsein, das Ende aller kleinmütig machtstrebigen Skepsis gegenüber der unbändigen Lebendigkeit bedeuten. Gedanken Ideen und Implikationen, die heute noch mit Begriffen wie Schuld, Recht, Forderung, Besitz und Macht belegt sind, werden keines Aufblickens mehr würdig erachtet sein.
Auf die der Personifizierung Satans adäquat verniedlichte Erzählebene herabgesetzt würde das etwa ein Geschichtchen ergeben, wonach der unflätige und gewitzte Bube Satan quasi im Hausarrest (ewiges Feuer, das ja so zu sagen sein Elternhaus) nachsitzen und lernen soll, was er, von seinen bisherigen Erfolgen verblendet, zu lernen für unnötig gehalten hat, aus einer etwas arg flegelhaft utilitaristischen Auffassung heraus, wonach genüge, dass der Schein des Erfolges (Laborberichte, Untersuchungsergebnisse, Bilanzen) Recht auf Forderungen und Anmassungen gebe und es keines Raums und keiner Zeit für freie - das heisst auch 'fehlerhafte' - Entftaltung des Lebens bedürfe, das halt auf unbändiger Lebendigkeit beruht und das ohne diese auf Dauer zuerst an Vielfalt verliert und schliesslich von dort, wo beharrlich geringgeschätzt und unerwünscht, anderswohin entschwindet.

Satans Unreife
Der Huldigung an die Spektakularität von angeblichen Ergebnissen entsprechend sind Satans liebste Spiel- und Werkzeuge Kreuzzügler, Gotteskrieger, Richter (gewählte oder sich selbst ernannt habende) 'von Gottes Gnaden' und Henker 'im Namen Gottes', die meinen, seine Fälschungen von den lebendigen und entsprechend freien Menschen unterscheiden zu können und berufen zu sein, die Spreu vom Weizen zu trennen. Sie wissen nicht, dass diese Fähigkeit eingebildet und von ihm vorgaukelt ist und sie, die sich wissend Wähnenden, damit zu ahnungslosen und gerade dadurch zuverlässigen Gehilfen, Automaten und Robotern für seine Zwecke macht. Genau von deren Obsessionen, die er in sie gesetzt und denen er selbst erlegen ist, ist er zu erlösen. Nicht die Verblendeten, das sie Verblendende ist das, was als Unausgereiftes in seinen Ursprung zurückkehren muss - z.B. und bildlich - ins ewige und zuweilen etwas impulsiv gebährende oder halt auch gefrässig verzehrende Feuer.
Satan ist vom ersten Augenblick seines Grössenwahns selbst Opfer seiner Verblendungsmaschinerie und von deren Eigendynamik. Nur dank der Ressourcen,die er vezweifelt masslos und frevelnd beansprucht, um seine Wette gegen das Fehlbare als Schöpferische Kraft um jeden Preis zu gewinnen, kann er die letztlich aus Kleinmut und aus 'Schiss' vor unbändiger Lebendigkeit Hochmütigen und Ruhmsüchtigen faszinieren und betören und als Herrscher über alles Obsessive auftreten.

Die oberste Generalität aller Feldzüge gegen das 'Böse'
Die von Grossartigkeit und Unfehlbarkeit Verblendeten scharen sich seit eh und je, um in gewaltigen lenkbaren Massen gegen das sie Verblendende auszuziehen - und kommen ihm, dem selbst vom von ihm erzeugten Glanz Verblendeten, genau damit buchstäblich 'entgegen' und sind ihm dazu willkommen, denn die Verblendung, nicht er, der selbst ihr hörig, ist die oberste Generalin ihrer Heerscharen und bewirkt genau damit, dass sie (die zu 'Heerscharen' Eingesammelten) ihn in ihrer Torheit in ihren Brüdern statt in ihrer unentwickelten, kindisch gebliebenen Ichheit zu erkennen, zu verfolgen und zu bekämpfen meinen.
Die Verblendung befielt wortwörtlich und nach allen Seiten hin: "Feuer!", wo überall sich Satans ahnungslose und entsprechend zuverlässige Soldaten, Söldner, Techniker und Gehilfen in der Meinung, gegen ihn auszuziehen, wutschnaubend, hasserfüllt, eifrig und hochmütig gegenüberstehen, zu seiner grossen Zufriedenheit bereit, sich zu seinem Ergötzen und zum Beweis der elenden Minderwertigkeit des schwerfällig unspektakulär Erdigen gegenüber dem prachtvoll Feurigen gegenseitig abzuschlachten.

Satans Fehl- und Trugschluss
Natürlich ist die Verführbarkeit des Menschen durch Satans Blendwerke 'erwiesen'. Wenn aber Satan meint, mit diesem Beweis seine Wette gegen das fehlbare Mensch Werden und Sein zu gewinnen oder gar schon gewonnen zu haben und sich deshalb nicht vor dieser schöpferischen 'Anmassung', wie er urteilt, gegenüber der allbewussten Geisteskraft des Feuers, über die zu gebieten er für sich allein anmasst, verneigen zu müssen, hat er sich verrechnet. Die Verführbarkeit des Menschen ist nämlich nicht Satans Werk und Verdienst, sondern in der Fehlbarkeit als evolutionäres Konzept des Mensch Werdens und Seins veranlagt. Das Projekt Mensch wird also dadurch, dass Satan die Verführung des Menschen gelingt, bestätigt und nicht vereitelt. Entscheidend wird sein, was geschehen wird, nachdem der Mensch sich sein Verführt Sein und dessen Folgen bewusst gemacht haben wird. Diese Bewusstwerdung steht fortwährend und in sich stetig wandelnder Weise bevor und findet auch in geringfügigem Masse und un unscheinbarer Weise seit langem schon statt.

Das Reifen des Einzelnen
Gegen Verblendung und Obsession kann nicht in Scharen und in starrenden Waffen und Propagandamaschinen angetreten werden; diese sind ja gerade Erzeugnisse und Folgen derselben.
Der Einzelne ist je für sich allein davon betroffen. Sein Ringen um Bewältigung dieser Behinderungen am Mensch Sein und Werden währt lebenslänglich und endet ohne eindeutigen und endgültigen 'Sieg'. Teil dieses Ringens sind auch die Erfahrungen mit vielen scheinbaren Möglichkeiten, sich dieses Ringen zu ersparen, es an Andere zu delegieren oder es so spektakulär zu demonstrieren, dass einem eine Schar von Bewunderern oder Gefolgswilligen zuströmt.
Es ist müssig, zu erklären und Erkennungsmerkmale dafür zu nennen, wie dieses Ringen ein echtes, ein wirkliches oder ein bloss eingebildetes oder geheucheltes sei. Zu solcher Rechenschaft ist allein der Ringende fähig und er schuldet sie allein sich selbst. Sein Ringen findet ohne 'Seinesgleichen' als Zeugen und Schiedsrichter statt. Kein Krieger hat und begegnet 'seinesgleichen', es sei denn, er verirre sich unter Truppen und Heere; dort wäre er aber Soldat, Söldner oder Gehilfe, nicht Krieger.

Gleichheit und Freiheit
Gleiche gibt es nur unter zu bestimmten, willkürlichen Zwecken des Vergleichens gleich Gemachten. Unter Gleichgemachten gibt es entsprechend auch keine wirkliche Freiheit sondern bestenfalls eine Konvention, was von Freiheit zu halten, wie darüber zu urteilen und wer zu solchem Urteil berufen sei.
Wahre Freiheit setzt das Hinnehmen und Ertragen von Unvergleichlichkeit voraus, die die eigentliche Essenz aller Individualität ausmacht. Die Individualität ist durch mindestens eine Eigenschaft gekennzeichnet, die mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit bei keinem anderen zeitlich und räumlich erreichbaren Individuum feststellbar ist. Ein Individuum kann aber unbegrenzt mehr als nur eine einzige Eigenschaft haben, durch die es sich von sämtlichen übrigen absolut unterscheidet.
Kein kollektives System kann dem so definierten Individuum die seinen Eigenschaften und Fähigkeiten entsprechende Freiheit gewähren. Die Gleichheiten, die es als Administrativkriterien seinen - n.B. nicht freiwillig - Angehörigen 'garantiert', sind keine wahren Freiheiten, sondern im Wesentlichen Einschränkungen und gleich machende Zwänge. Darum kann nur der Einzelne für die Gestaltung und Lebendigkeit seiner Individualität zuständig und verantwortlich sein. Die bewusste Übernahme dieser Verantwortung setzt auch die schrittweise Zurücknahme aller Schuldzuweisung für eigenes 'Unglück' voraus - etwas, das wahrhaft des Mutes und der Erfahrung eines stolzen (nicht überheblichen) Kriegers bedarf. Schuldzuweisung ist ein letztlich satanisch kindisches Unterfangen und setzt eine Masse als sentimentalen Resonanzkörper für solche Beschuldigungen voraus.
Der Krieger tritt aus dem wärmenden Mief der Masse hinaus in die Kälte und hält sich durch eigene Bewegung, nicht durch in der Masse aufgestaute Ausdünstung Gleichgeschalteter warm.
Genau darin liegt das unermessliche Entwicklungspotential des unbändig lebendigen Mensch Werdens und Seins. Es geht über alles Elementare wie etwa ein satanisch missdeutetes und entsprechend überbewertetes feuriges Geistprinzip weit hinaus und entzieht sich jedem Versuch, es mit anderem zweckhaft zu vergleichen und zu verbinden.

Satans Laufgitter
Lebendigkeit stellt keine Vergleiche an, weil sie solcher nicht bedarf, wohl aber vergängliche Spuren hinterlässt, deren sich ängstlich Besitzträchtige bemächtigen, um daraus ein Laufitter zu basteln, das ihnen Halt und Schutz vor Unberechenbarem gewähren soll. Solches zu tun, ist nicht verwerflich, es dabei bewenden zu lassen, vereitelt die Mensch Werdung. Satan empfiehlt seinen Günstlingen, Hörigen, Studenten und Lehrlingen, das Laufgitter für ihre Sicherheit zu halten und rät von der Menschwerdung ab, da sie angeblich vom unfehlbar Göttlichen entfremde. Die List dieses Rates liegt in der Gleichsetzung von Unfehlbarkeit mit Vollkommenheit.
Das Laufgitter ist bei den einen eine Religion, bei den andern die Wissenschaft, bei wieder andern der Erfolg im Erwerbsleben, dargestellt als Ansammlung von Qualifikationen, Besitz und Ruhm.

Der Krieger als sein eigener Arzt
Der Krieger allein und selbst ist auch der Arzt für die Verletzungen, die er sich in diesem Ringen zuzieht bzw. zufügt. Sein Ringen belehrt ihn aber auch, sobald er sich der Belehrung öffnet, über die Heilmittel, die er sich bei seinem Ringen erworben hat. Er entscheidet in letzter Instanz, wovon er sich wie weit verblenden, betören, betäuben, verstören, betrügen oder gewöhnen lassen will. Der Fehlentscheid ist der Schatten des Kriegers. Das tönt sehr grossartig, jedenfalls neben der Gläubigkeit, die gewissen Ideologieen und Dogmen gegenüber sich breit macht, ist aber in Wirklichkeit das Leben in seiner unerschöpflichen Vielfältigkeit des Unscheinbaren und Banalen. Dem ehrenhaften Krieger ist genau das nicht zu gering, weil er es richtig und verhältnismässig einschätzt und dessen Wert in der konkreten Verhältnismässigkeit und in nichts Anderem erkennt. Verhältnismässigkeit ist nicht mit Mittelmässigkeit zu verwechseln. Letztere ist gerade alles andere als verhältnismässig und gerade deshalb von höchst fragwürdigem und flüchtigem Wert.

Die Wahnsinnstaten
Wer im 'Heiligen Krieg' zum anerkannten Helden werden will, ficht nicht diesen, sondern ist ein Wicht(igtuer). Wer sich im kommandiert 'Heiligen Krieg' opfert, um in irgend welchen Aufzeichnungen als Held aufgelistet zu sein, ist zumindest unglaublich naiv (wovor auch ein überdurchnittlicher, gemessener und getesteter IQ nicht zu bewahren vermag) wenn nicht gar ein Frevler und Verräter genau daran, worum der Einzelne in seinem 'Heiligen Krieg' ringt : Lebendigkeit und Menschwerdung.
Wer keinen andern Weg sieht, als sich zur raschen Beendigung seines höchstpersönlichen 'Heiligen Kriegs' und zur Minimierung der Risiken, darin zu unterliegen, in die Luft zu sprengen, um Andere als Satansbrut zu töten und zu verstümmeln, ist zwar ein Märtyrer, aber einer, der sich zu Wahnsinn, Selbstgerechtigkeit und zur wahllosen Grausamkeit gegen jedes nicht seinem Sehnen konforme Mensch Sein bekennt. Nicht die Lebendigkeit ist sein Streben, sondern die Überheblichkeit bzw. der Wahn, zu Höherem im feurig Geistigen berufen und auserkoren zu sein. Dessen Grösse, Übermacht und Glanz gegenüber dem vergänglichen und verletzlichen kleinen irdischen Krieger ist zwar beeindruckend, aber wie schon von Satan, völlig missverstanden und masslos überschätzt.

'Heiterkeitserfolg'
Was der beharrlich Übende und Lernende in seinem 'Heiligen Krieg' nach und nach erlernen und weitergeben kann, ist eine Einstellung, die dem Beobachter als eine Art unerschütterliche und andere ermutigende und sich auf diese übertragende Heiterkeit und Zwanglosigkeit vorkommt. Und mit dieser Heiterkeit darf bedenkenlos gesagt werden : Je heiterer der Krieger und je ansteckender seine Heiterkeit, desto heiliger - und heilender - sein Krieg.
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Die Unparteilichkeit der Logik ist nicht die einzige aber die unab- dingbarste Gewähr für die Freiheit des Denkens. ---------------------------------------------------------------------- Niemand hat Anspruch darauf, die Prämissen (Vorbedingungen) des Denkens für Andere zu bestimmen. ---------------------------------------------------------------------- Beim Streit um Prämis- sen geht es zweifellos immer und ausschliess- lich um Macht, nie um Einsicht ---------------------------------------------------------------------- Einzelheiten siehe im Beitrag NASHAUPT'S PROGRAMM 'auf dieser seite https://nashaupt.twoday.net/ index : stories/1234793/

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