ARCHÄOLOGIE DER ZUKUNFT
'WIR O CHLOROPHYLL VOR HÖLLE WASSER'
So lautet die erste bzw. oberste Zeile des Textes auf dem Buchdeckel des im Chronos-Verlag Zürich neulich erschienenen, von den Autoren Rainer Egloff, Gerd Folkers und Mathias Michel unter dem Titel 'Archäologie der Zukunft' in der EDITION COLLEGIUM HELVETICUM herausgegebenen Buchwerkes, das zugleich auch als intellektuelles Werkbuch wahrgenommen und gebraucht werden kann, so man will oder sich dazu angeregt fühlt.
Das Werk in Buchgestalt widersetzt sich der mentalen Besitzergreifung durch den Leser als Lektüre brav vom 'Anfang' und fleissig bis zum 'Schluss', weil es schon da die Frage fast provoziert, wo es denn jetzt anfange und womit es ende.
Nach der simpelsten Methode beginnt das Buch mit 'WIR' auf der nicht numerierten Seite 1 und endet mit "TAT" auf der letzten schwarz auf weiss gedruckten, ebenfalls nicht numerierten Seite 424.
Nach anderen Mustern der Rechthaberei kann man es als auf S.7 mit dem Wort 'ARCHÄOLOGIE" oder auf S.8 mit "OHNE" oder auf S.11 mit "INHALTSVERZEICHNIS", oder auf S. 14 mit "VERHÄLTNIS" (S 1-16 alle nicht numeriert) oder auf S. 17 mit "WENN" oder, dem Inhalsverzeichnis gemäss mit dem mit der Überschrift "INVENTION DER ZUKUNFT" auf der nicht numerierten S. 23 getitelten Teil I, oder mit dem ersten Wort "MASSE" auf der nicht numerierten S. 24 oder schliesslich ganz gewiss mit dem ersten Wort "ZUKÜNFTE" in der Überschrift auf S. 24 beginnend und auf den S. 420, oder 418 endend auffassen. -
Es spielt keine Rolle, wo im Buch man zu lesen beginnt, sondern wo man selber steht, wenn man sich an die Lektüre wagt.
Das Weitere zwischen Buch und Leser ergibt sich aus den Prozessen, die während der ganzen Zeit der Auseinandersetzung zwischen den beiden hin und her wirken und von den Begleitumständen beeinflusst, gestört, verändert usf. werden.
Auch andere beliebte Lesertricks und -gewohnheiten, etwa, das Durchblättern nach Bildchen oder Durchstöbern nach Reizworten in den Überschriften von hinten nach vorn geben für das Vertraut Werden kaum preis, was Bücher der bisher gewohnten Art dem Neugierigen bei der ersten Kontaktnahme und Erkundung hergeben.
Den Buchtitel findet man auch nicht auf dem Deckel des Bandes und auf dem Buchrücken wird er, wie übrigens auch die Schrift auf dem Buchdeckel, nur unter bestimmten Einflüssen lesbar und 'verschwindet' wieder, sobald die Einflüsse nicht mehr wirken.
Der Text auf dem Frontdeckel kehrt in verschiedener Anordnung aber häufig im selben Format und derselben Schriftart auf nicht numerierten Seiten des Buches wieder.
Das Buch zählt wie erwähnt 424 Seiten, die Seitennumerierung setzt aber bei Seiten mit illustrativem, begleitendem, kommentierendem oder - wie erwähnt - repetiertem Inhalt aus und setzt mit der Fortsetzung des Kerntextes gemäss Inhaltsverzeichnis wieder ein (So etwa zwischen S. 76 und 91).
Der Illustrationsstil erinnert oft an wissenschaftliche und technische Zeichnungen und an Zeitungsillustrationen um die Wende vom vorletzten zum letzten Jahrhundert. Es gibt Texte, die quälend oder gar unleserlich klein geschrieben sind. Auch unerwartete und ungewohnte Textanordnungen überraschen den das Innere der 'Black Box' (woran das Aussehen des geschlossen daliegenden Buches erinnern mag) erstmals Erkundenden.
Man wird das 'Buch' mögen lernen, sobald man erste Merkmale zu erahnen beginnt, die, was wie ein etwas schweres Buch in der Hand wiegt, Eigenarten eines Konzeptes für etwas ausmachen, das dem bisher von einem Buch allgemein Erwarteten entwächst und sie - auch schmerzhaft - aufbricht.
Wer sich mit diesem Artefakt in Buchgestalt auseinandersetzt, mag einer Ahnung von den Grenzen all dessen begegnen, was das Geschriebene und Sammlungen von Geschriebenem als Gefässe für interpretationsbedürftige Inhalte bisher bewirkt haben und vielleicht auch noch etwas wie Schimmer vom ausserhalb dieser Grenzen noch zu Erfahrenden und Möglichen erraten. Vielleicht ist die IT doch nicht die grosse evolutive Explosion für das menschliche Bewusstsein, für die sie von vielleicht Voreiligen aus beschränktem Vorstellungsvermögen heraus gehalten wird.
Ein wichtiger Aspekt und erklärtes Bestreben des 'Librofaktes' (Artefakt in Buchgestalt) ist eine bis in bisher noch kaum so weit gefasste Konsequenzen ernst genommene und nach den gegebenen Möglichkeiten und Mitteln ausgeführte Inter- und Transdiziplinarität nicht nur zwischen formell und administrativ nach bisherigen Usanzen als 'wissenschaftlich' anerkannten Disziplinen, sondern auch zwischen diesen einerseits und andere Vorstellungen und Sinngehalte mit eigene Ausdrucksformen produzierenden gesellschaftlichen Bereichen und Inhalts-, Ausdrucks-, Signal-, Symbol- und Memetikdomänen andererseits.
Fast möchte man angesichts solchen Anspruchs über eine Wiedergeburt einer neu begriffenen 'Universitas' frohlocken, jedenfalls über eine erste Schwalbe als Vorbotin eines Frühlings neu erwachenden und von misanthropisch krämerhaft zweckhörigen Rechthabereikulten und Aufsteigerritualen befreiten Intellekts.
Nach den Worten der Herausgeber (Zitat): "ist dieses Buch - Journal, Fundstück, Instrument und Subjekt der unternommenen Grabung zugleich - auch ein Zukunft-Schaffendes: Es orakelt, wünscht, interveniert, plant und erinnert sich .... gibt sich Stimmungen hin, ereifert und beruhigt sich, assoziiert und denkt über sich selbst, sein Herkommen und seine Bestimmung nach. - Sofern dies ein Buch überhaupt kann. Vielleicht kann es ein Buch in der Zukunft. Ob es da wohl noch Bücher gibt? -"
So lautet die erste bzw. oberste Zeile des Textes auf dem Buchdeckel des im Chronos-Verlag Zürich neulich erschienenen, von den Autoren Rainer Egloff, Gerd Folkers und Mathias Michel unter dem Titel 'Archäologie der Zukunft' in der EDITION COLLEGIUM HELVETICUM herausgegebenen Buchwerkes, das zugleich auch als intellektuelles Werkbuch wahrgenommen und gebraucht werden kann, so man will oder sich dazu angeregt fühlt.
Das Werk in Buchgestalt widersetzt sich der mentalen Besitzergreifung durch den Leser als Lektüre brav vom 'Anfang' und fleissig bis zum 'Schluss', weil es schon da die Frage fast provoziert, wo es denn jetzt anfange und womit es ende.
Nach der simpelsten Methode beginnt das Buch mit 'WIR' auf der nicht numerierten Seite 1 und endet mit "TAT" auf der letzten schwarz auf weiss gedruckten, ebenfalls nicht numerierten Seite 424.
Nach anderen Mustern der Rechthaberei kann man es als auf S.7 mit dem Wort 'ARCHÄOLOGIE" oder auf S.8 mit "OHNE" oder auf S.11 mit "INHALTSVERZEICHNIS", oder auf S. 14 mit "VERHÄLTNIS" (S 1-16 alle nicht numeriert) oder auf S. 17 mit "WENN" oder, dem Inhalsverzeichnis gemäss mit dem mit der Überschrift "INVENTION DER ZUKUNFT" auf der nicht numerierten S. 23 getitelten Teil I, oder mit dem ersten Wort "MASSE" auf der nicht numerierten S. 24 oder schliesslich ganz gewiss mit dem ersten Wort "ZUKÜNFTE" in der Überschrift auf S. 24 beginnend und auf den S. 420, oder 418 endend auffassen. -
Es spielt keine Rolle, wo im Buch man zu lesen beginnt, sondern wo man selber steht, wenn man sich an die Lektüre wagt.
Das Weitere zwischen Buch und Leser ergibt sich aus den Prozessen, die während der ganzen Zeit der Auseinandersetzung zwischen den beiden hin und her wirken und von den Begleitumständen beeinflusst, gestört, verändert usf. werden.
Auch andere beliebte Lesertricks und -gewohnheiten, etwa, das Durchblättern nach Bildchen oder Durchstöbern nach Reizworten in den Überschriften von hinten nach vorn geben für das Vertraut Werden kaum preis, was Bücher der bisher gewohnten Art dem Neugierigen bei der ersten Kontaktnahme und Erkundung hergeben.
Den Buchtitel findet man auch nicht auf dem Deckel des Bandes und auf dem Buchrücken wird er, wie übrigens auch die Schrift auf dem Buchdeckel, nur unter bestimmten Einflüssen lesbar und 'verschwindet' wieder, sobald die Einflüsse nicht mehr wirken.
Der Text auf dem Frontdeckel kehrt in verschiedener Anordnung aber häufig im selben Format und derselben Schriftart auf nicht numerierten Seiten des Buches wieder.
Das Buch zählt wie erwähnt 424 Seiten, die Seitennumerierung setzt aber bei Seiten mit illustrativem, begleitendem, kommentierendem oder - wie erwähnt - repetiertem Inhalt aus und setzt mit der Fortsetzung des Kerntextes gemäss Inhaltsverzeichnis wieder ein (So etwa zwischen S. 76 und 91).
Der Illustrationsstil erinnert oft an wissenschaftliche und technische Zeichnungen und an Zeitungsillustrationen um die Wende vom vorletzten zum letzten Jahrhundert. Es gibt Texte, die quälend oder gar unleserlich klein geschrieben sind. Auch unerwartete und ungewohnte Textanordnungen überraschen den das Innere der 'Black Box' (woran das Aussehen des geschlossen daliegenden Buches erinnern mag) erstmals Erkundenden.
Man wird das 'Buch' mögen lernen, sobald man erste Merkmale zu erahnen beginnt, die, was wie ein etwas schweres Buch in der Hand wiegt, Eigenarten eines Konzeptes für etwas ausmachen, das dem bisher von einem Buch allgemein Erwarteten entwächst und sie - auch schmerzhaft - aufbricht.
Wer sich mit diesem Artefakt in Buchgestalt auseinandersetzt, mag einer Ahnung von den Grenzen all dessen begegnen, was das Geschriebene und Sammlungen von Geschriebenem als Gefässe für interpretationsbedürftige Inhalte bisher bewirkt haben und vielleicht auch noch etwas wie Schimmer vom ausserhalb dieser Grenzen noch zu Erfahrenden und Möglichen erraten. Vielleicht ist die IT doch nicht die grosse evolutive Explosion für das menschliche Bewusstsein, für die sie von vielleicht Voreiligen aus beschränktem Vorstellungsvermögen heraus gehalten wird.
Ein wichtiger Aspekt und erklärtes Bestreben des 'Librofaktes' (Artefakt in Buchgestalt) ist eine bis in bisher noch kaum so weit gefasste Konsequenzen ernst genommene und nach den gegebenen Möglichkeiten und Mitteln ausgeführte Inter- und Transdiziplinarität nicht nur zwischen formell und administrativ nach bisherigen Usanzen als 'wissenschaftlich' anerkannten Disziplinen, sondern auch zwischen diesen einerseits und andere Vorstellungen und Sinngehalte mit eigene Ausdrucksformen produzierenden gesellschaftlichen Bereichen und Inhalts-, Ausdrucks-, Signal-, Symbol- und Memetikdomänen andererseits.
Fast möchte man angesichts solchen Anspruchs über eine Wiedergeburt einer neu begriffenen 'Universitas' frohlocken, jedenfalls über eine erste Schwalbe als Vorbotin eines Frühlings neu erwachenden und von misanthropisch krämerhaft zweckhörigen Rechthabereikulten und Aufsteigerritualen befreiten Intellekts.
Nach den Worten der Herausgeber (Zitat): "ist dieses Buch - Journal, Fundstück, Instrument und Subjekt der unternommenen Grabung zugleich - auch ein Zukunft-Schaffendes: Es orakelt, wünscht, interveniert, plant und erinnert sich .... gibt sich Stimmungen hin, ereifert und beruhigt sich, assoziiert und denkt über sich selbst, sein Herkommen und seine Bestimmung nach. - Sofern dies ein Buch überhaupt kann. Vielleicht kann es ein Buch in der Zukunft. Ob es da wohl noch Bücher gibt? -"
Nashaupt - 13. Aug, 19:35